Welcome to Mongolia

 30. September 2009 in der Kategorie Allgemein , 2 Kommentare

Nach ein paar schönen Tagen in Barnaul ging es wieder aufs Rad in Richtung Mongolei. Die ersten zwei Tage war die Landschaft noch unspektakulär, wie man sich Sibirien vorstellt, Birkenwäldchen, kleine Seen, Holzhäuser und Weite. Dann erreichten wir den Katun und waren mitten im Altai. Wir radelten 10 Tage durch schönste Landschaft im Herbst und fanden immer super Schlafplätze mit Fluss. Nach 2 Pässen wurde die Landschaft auf einmal wieder zur Steppe und es wurde schwieriger Wasser und Brennmaterial für unser abendliches Feuer zu finden. Tagelang sind wir auf über 2000m und die Nächte sind dementsprechend kalt, morgens ist das Wasser in den Säcken und Flaschen gefroren. Unsere neueste Wärmequelle besteht aus Kuh- Pferde oder Yakdung den wir tagsüber einsammeln, ist echt super, riecht ein wenig nach Ammoniak, aber wärmt und brennt super.
Bis zur mongolischen Grenze fahren wir immer höher und haben den ganzen Tag die schneebedeckten Gipfel des Altai um uns herum. An der Grenze dürfen wir nicht mit dem Fahrrad weiter und müssen auf einen Bus steigen. Bei der russischen Ausreise will der Beamte von jedem 50€ Strafe, weil wir uns nicht alle drei Tage registriert haben. Jibt et aba nich. Nach einer halben Stunde kommt Olaf aus dem Büro mit den Ausreisestempeln in den Pässen und hat nichts bezahlt. Man kann der gut russisch, oder was auch immer ;) .
Jetzt gehts in die Mongolei genau hinterm Schlagbaum auf 2480m hört der Asphalt auf und jeder fährt wo es gerade am besten ist, es ziehen sich viele Spuren nebeneinander.
Was wir schon wussten bekommen wir bald zu spüren: es ist zu spät für die Mongolei, der Winter kommt. Alle Flussbetten sind trocken und Hirten gibt es auch kaum noch. Im dünnst besiedelten Land der Erde gibt es nicht alle 80km ein Dorf, da sind es schon mal 250km.
Kurz vor Olgii kommt nochmal ein krasser Pass, es geht innerhalb von 5km von 2200m auf über 2600m und die Geröllpiste geht einfach steil gerade hoch. Danach geht es bis Olgii nur noch bergab und 30km vor der Stadt gibt es sogar Asphalt, so das wir schon früh dort sind und uns nach 18 Nächten im Zelt mal wieder ein Zimmer nehmen. Das Zimmer ist kalt, Heizung und Toilette funktionieren nicht aber für 5€ pro Person ist es ok.
Wegen des Winteranfangs haben wir entschieden die 250km bis Hovd noch mit dem Rad zu fahren, weil die Landschaft sehr schön sein soll. Von dort aus wollen wir dann mit dem Bus nach Ulan Bator und die Gegend dort per Rad erkunden. Reisende die aus der Richtung mit dem Jeep gekommen sind haben uns geraten es so zu machen, selbst sie hatten mit dem Auto Probleme Wasser zu bekommen, weil die Hirten bei denen man sonst etwas bekommt alle schon im Winterquartier sind. Ausserdem wird die Landschaft ab Hovd wieder Steppe, das hatten wir in Kasachstan genug.
Jetzt noch was anderes, wenn unter Euch die Ihr das lest jemand ist dem das gefällt was wir hier machen, könnt Ihr Euch ja überlegen unserem Reisegefährten Michael ein wenig bei seiner Reisekasse unter die Arme zu greifen. Sein Budget ist durch Visabeschaffungen und teure Lebenskosten in Russland sehr stark dezimiert und so richtig weiß er noch nicht wie er mit der Transsib von Ulan Bator nach Hause kommen soll. Also klickt einfach hier rein dann kommt Ihr auf Michas Seite.


Almaty – Barnaul

 8. September 2009 in der Kategorie Allgemein , 4 Kommentare

Nach 3 Wochen Aufenthalt in Almaty sind wir endlich wieder weiter in Richtung Russland. Die Strecke zwischen Almaty und Semey war sehr geprägt von hügliger Landschaft mit vielen Schafen und Pferden. Die ersten Tage ging es immer schön hoch und runter, dann wurde es flach dafür hatten wir dann starken Gegenwind, also keine Erholung. Seit ein paar Tagen hat sich das Wetter schlagartig geändert, nach einem Tag starken, kühlen Nordwind und Regen sind die Tagestemperaturen plötzlich von 35 Grad auf 15 Grad und die Nachttemperaturen in den Frostbereich gepurzelt, morgens ist das Wasser in den Flaschen eingefroren.  Da Michaels Visum für Kasachstan am 07.09. abgelaufen ist mussten wir von Ajaköz bis Semey den Zug nehmen, was gar nicht so einfach war. Nach mehreren Stunden immer wieder nachfragen am Schalter stellte sich heraus das wir mit den Rädern nicht direkt nach Russland fahren können da es keinen Gepäckwaggon gibt. Also sind wir erstmal bis Semey gefahren und wollten von dort Tickets nach Barnaul in Russland kaufen, jetzt bekamen wir die Auskunft das es über die Grenze überhaupt keine Züge mit Gepäckwagen gibt. Super!!! und was nun?
Also sind wir zum Busbahnhof und haben dort 6 Plätze im Bus nach Barnaul gekauft, 3 Plätze für uns und 3 für die Räder. Aber lange Rede es hat funktioniert und Micha bekam keinen Stress es wurde nämlich schon eng mit dem Visum. So sind wir nun wieder in Russland in Sibirien in Barnaul. Jetzt ruhen wir uns 2 Tage aus und rüsten uns für die Strecke durchs Altai zur mongolischen Grenze.


Es geht wieder los

 22. August 2009 in der Kategorie Allgemein , Ein Kommentar

Nach 3 Wochen Pause in Almaty geht es morgen endlich weiter. Wir sind gut erholt, die Ausrüstung ist für die Mongolei aufgefrischt worden, denn da wirds bald kalt. Als wir unsere mongolischen Visa abgeholt haben sagte der Mitarbeiter “heute hat es in Ulan Bator geschneit und es sind nachts ca. 5 Grad”.

Die drei Wochen hier waren echt sehr schön, wir sind voll in unser Viertel integriert und werden bereits von den Nachbarn gegrüßt. Mittlerweile ist es hier wie ein zweites Zuhause. Heute morgen wollten wir eigentlich starten aber beim Frühstück hat die Gemeinschaft beschlossen, KEINE LUST wir fahren morgen.

Hier noch ein Artikel über unser Dreiergespann, welcher in der DAZ (Deutsche Allgemeine Zeitung Almaty) erschienen ist.

Almaty Umgebung

 16. August 2009 in der Kategorie Allgemein , Keine Kommentare

Nachdem die Wartung und Reparatur der Ausrüstung abgeschlossen ist und wir sieben Tage auf das russische Visum warten müssen, nutzen wir die Zeit für ein wenig Sightseeing und Ausflüge. Wir wurden eingeladen auf das Grundstück von Oleg eine Stunde von Almaty in den Bergen hat er 60ha mit Fluss, Bergen, Pferden, Schafen und Hunden, Alles was man so braucht. Uns wurde eine traditionelle kasachische Mahlzeit, frisch geschlachtetes Schaf geschmort mit Kartoffeln, Salat und selbstgebackenem Brot serviert.
An einem anderen Tag fuhren wir nach Medeu dem höchstgelegenen Eisstadion der Welt, welches gerade renoviert wird.
Almaty liegt am Fusse des Tien Shan Gebirges, man hat aus der Stadt eine wunderschöne Sicht ins Hochgebirge mit schneebedeckten Gipfeln. Die Stadt bricht vor lauter neuen SUVs und teuren Limos neben abgasspeienden Bussen fast auseinander, wenn man abends nach einem Tag in der Stadt duscht sieht das Wasser im Abfluss aus als hätten wir den ganzen Tag Kohlen geschippt. Hier ist es sehr europäisch und modern, vor Allem sehr teuer, wenn wir in Cafes sitzen oder durch Malls schlendern haben wir eher das Gefühl in Paris, München oder London zu sein als mitten in Zentralasien.
Almaty ist nicht mit dem Kaschstan zu vergleichen welches wir die letzten sechs Wochen erlebt und gesehen haben, wenig besiedelte Gebiete, ausgetrocknete Landschaften und freundliche neugierige Menschen, die wenn sie unsere Räder sehen oder unsere “komische” Sprache hören vor lauter Hilflosigkeit wie Kinder loslachen.

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