Almaty – Barnaul
Sabbatrad
Nach 3 Wochen Pause in Almaty geht es morgen endlich weiter. Wir sind gut erholt, die Ausrüstung ist für die Mongolei aufgefrischt worden, denn da wirds bald kalt. Als wir unsere mongolischen Visa abgeholt haben sagte der Mitarbeiter “heute hat es in Ulan Bator geschneit und es sind nachts ca. 5 Grad”.
Die drei Wochen hier waren echt sehr schön, wir sind voll in unser Viertel integriert und werden bereits von den Nachbarn gegrüßt. Mittlerweile ist es hier wie ein zweites Zuhause. Heute morgen wollten wir eigentlich starten aber beim Frühstück hat die Gemeinschaft beschlossen, KEINE LUST wir fahren morgen.
Nachdem die Wartung und Reparatur der Ausrüstung abgeschlossen ist und wir sieben Tage auf das russische Visum warten müssen, nutzen wir die Zeit für ein wenig Sightseeing und Ausflüge. Wir wurden eingeladen auf das Grundstück von Oleg eine Stunde von Almaty in den Bergen hat er 60ha mit Fluss, Bergen, Pferden, Schafen und Hunden, Alles was man so braucht. Uns wurde eine traditionelle kasachische Mahlzeit, frisch geschlachtetes Schaf geschmort mit Kartoffeln, Salat und selbstgebackenem Brot serviert.
An einem anderen Tag fuhren wir nach Medeu dem höchstgelegenen Eisstadion der Welt, welches gerade renoviert wird.
Almaty liegt am Fusse des Tien Shan Gebirges, man hat aus der Stadt eine wunderschöne Sicht ins Hochgebirge mit schneebedeckten Gipfeln. Die Stadt bricht vor lauter neuen SUVs und teuren Limos neben abgasspeienden Bussen fast auseinander, wenn man abends nach einem Tag in der Stadt duscht sieht das Wasser im Abfluss aus als hätten wir den ganzen Tag Kohlen geschippt. Hier ist es sehr europäisch und modern, vor Allem sehr teuer, wenn wir in Cafes sitzen oder durch Malls schlendern haben wir eher das Gefühl in Paris, München oder London zu sein als mitten in Zentralasien.
Almaty ist nicht mit dem Kaschstan zu vergleichen welches wir die letzten sechs Wochen erlebt und gesehen haben, wenig besiedelte Gebiete, ausgetrocknete Landschaften und freundliche neugierige Menschen, die wenn sie unsere Räder sehen oder unsere “komische” Sprache hören vor lauter Hilflosigkeit wie Kinder loslachen.
Jetzt sind wir schon zwei Wochen in Almaty, die längste Pause bis jetzt. In den ersten Tagen waren wir nur damit beschäftigt die Fahrrad- und Outdoorgeschäfte der Stadt abzuklappern. Wir kennen sie jetzt ALLE.
Um in die Mongolei zu kommen müssen wir wieder durch Russland und noch einmal die fremdenfreundliche Bürokratie durchlaufen. Dann ging es los dass russische Visum zu besorgen, nach vier Stunden anstehen am Konsulat (das war Super) hatten wir endlich die Auskunft, dass Deutsche und Schweizer hier kein Visum beantragen können, wir müssten eine Agentur bemühen, die uns das Konsulat empfohlen hat
. Denn nur in einer Agentur können wir die benötigte Einladung kaufen und damit bekommen wir dann das russische Visum. Wenn wir dies in ca. einer Woche haben müssen wir noch das mongolische Visum besorgen und dann geht es hoffentlich endlich weiter.
Wir wollen uns über den Visa Stress aber nicht aufregen, denn was man hier so hört ist es für die Kasachen, Kirgisen, Usbeken usw. auch nicht leicht ein Visum für Deutschland zu bekommen.
Unsere Wohnung hier ist mittlerweile eine echte internationale WG geworden. Eine Niederländerin, ein Schotte, ein Schweizer, zwei Deutsche (wir) und für einen Tag noch ein niederländischer Couchsurfer – Alle unter einem Dach-.
Alle Reisenden die man hier so trifft haben die selben Probleme – VISA -. Sie warten auf ihre Visa für China, Russland oder Kirgisistan, aber wir machen das Beste draus.